Drama Komödie Jugend

The Working Dead

UA Theater Strahl, 2015
Auftargswerk

Zombies, Zukunftsträume und eine alte Industriehalle – das ist das Setting von “THE WORKING DEAD”. Hier trifft sich das Alte und das Neue. Interessiert die jungen Leute, was dort früher hergestellt wurde, wie man arbeitete? Wie füllen sie den Ort mit ihren Zukunftsideen?

Jenny will Friseurin werden und bedingungslos im Jetzt leben. Thamara träumt von einer großen Karriere als Tänzerin. Finn will ganz Oberschöneweide wegsprengen – für einen freien Blick auf die Spree! Bei einem nächtlichen Gang in eine alte Industriehalle trauen die drei ihren Augen nicht: Sind das Zombies? Untote Fabrikarbeiter, die durch die leeren Gemäuer geistern und ihrer Vergangenheit hinterher jammern?

Ein Stück über Seifenblasen und Solidarität, über Beruf und Berufung, über Paranoia und Perspektiven, das mitten durch eines der ehemals größten Industriegebiete der DDR und Europas geistert: das Königreich Oberschöneweide. Das alte Königreich passt nicht mehr in die Jetzt-Welt. Die Jugendlichen müssen also nicht nur den Enttäuschungen und dem Stolz der älteren Generation trotzen, sondern auch beweisen, dass sie miteinander etwas Neues, für sie Passendes aufbauen können.

Nach einem Jahr Recherche in Oberschöneweide entstand ein Text, der sich zwischen Maloche und Arbeit verortet, der das Erbe der Industriekultur aufnimmt und die Sehnsucht der Jugendlichen heute erforscht. Ist der geschichtsträchtige Ort eine Belastung oder eine Perspektive für die Zukunft? Was treibt Jugendliche an diesem Ort heute an?

Die Industriehalle KAOS in Berlin-Oberschöneweide ist inmitten des ehemaligen ‘Elektropolis’, einem der damals größten Industriegebiete der DDR und Europas. Jede Stadt hat leere Industrieanlagen, die vom Wandel der Zeit kündigen.

Das Auftragswerk im Rahmen des Projektes “Industriegebietskinder” entstand in einer deutschlandweit bisher einzigartigen Kooperation mit dem THEATER STRAHL Berlin, dem Kinder- und Jugendtheater Dortmund und dem Thalia Theater Halle an der Saale. Mehrere Monate lang arbeitete der Autor mit Jugendlichen und Künstlern der drei Theater gemeinsam zu Themen wie Industriekultur, Arbeit, Beruf – gestern und heute.

Schirmherr des Projektes war Gregor Gysi. Abgeordneter für den Wahlkreis Berlin Treptow-Köpenick im Deutschen Bundestag. “Ich habe die Schirmherrschaft für dieses spannende Projekt übernommen, weil ich den nachdenklichen Ansatz begrüße.”

Die Aufführung des Theater Strahl in der Industriehalle KAOS in Berlin-Oberschöneweide wurde in Jörg Steinbergs Inszenierung mit dem IKARUS 2015 des Landes Berlin ausgezeichnet. Im Jahr darauf folgte die Auszeichnung Deutscher Jugendtheaterpreis 2016.

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Kommunionkinder

UA Theater Dortmund, 2015
Auftragswerk

Laura ist zehn und freut sich auf ihre Kommunion. Ihr Kleid liegt bereit, ob sie es vor dem großen Tag schon mal anziehen soll? Gemeinsam mit ihren drei Onkel startet sie die Generalprobe – inklusive Kommunionkleid und Beichte. Die drei Männer in mittleren Jahren werden dabei selbst wieder zu Jungs und so nebenbei erfährt Laura einiges über Familie und Tradition. Während sie den Kommunionunterricht in der Schule als Bibelquiz und Hitparade kennt, stellt Onkel Michael, selbst Priester, Laura die Gretchenfrage. Laura ist zwar eine neugierige Christin – sie fiebert ihrer Kommunion entgegen und natürlich auch dem Smartphone, welches sie bekommen soll – doch manchmal, im Geheimen, zweifelt sie an der Existenz Gottes. Onkel Michael missfällt diese Haltung und die Stimmung scheint zu kippen, auch weil die Brüder gestehen, das große Fest nicht mehr so ernst zu nehmen. Sie feiern ihr Kindheits-Revival. Doch Laura läßt sich nicht beirren, für sie ist und bleibt es ein besonderer Tag.

Ein Stück über das Ritual der Erstkommunion: Was hat es mit der Kommunion jenseits von Kleid, Anzug, Bibelzitaten und einem Tisch voller Geschenke auf sich? Was beichtet ein Kind? Vielen Fragen wird nachgegangen, und für Laura werden einige beantwortet. Erstaunt entdeckt das ungleiche Quartett an diesem magischen Abend, dass die Kirche ein unerschöpfliches theatralisches Potential bereit hält, das der Unterhaltung durch die Medien in nichts nachsteht. Laura und ihre Onkel erleben eine unbeschwerte und magische Generalproben-Nacht der Erstkommunion, einen fröhlicher Test ihrer Glaubensgemeinschaft.

Das Stück entstand als Auftragswerk im Rahmen von Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater, ein Kooperationsprojekt des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland und des Deutschen Literaturfonds e.V. mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes.

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Ten things to do before I die before I die

UA Chawwerusch Theater Herxheim, 2014
Auftragswerk

Miriam hat nicht mehr viel Zeit. Das Ding auf dem Röntgenbild ist keine Fliege und auch kein Fehler. Sie schreibt eine Liste: Ten things to do before I die. Von einer Liebeserklärung über Bungeejumping bis an die türkische Ägäis treibt sie die verrinnende Zeit, immer schneller, immer komischer, immer berührender.

Und Stephan? Bleibt ihm wirklich nichts anderes übrig, als sich in den Dienst ihres restlichen Lebens und ihrer Sehnsüchte und Ängste zu stellen? Mit seinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen nur noch Nebenfigur zu sein?

Während dieses rasenden Wettlaufs mit der Zeit erfahren beide mehr vom Leben und von sich selbst als sie es je erträumt hätten. Spielebenen vermischen sich und die Grenzen zwischen Spiel und Realität, zwischen Zuschauern und Bühnengeschehen lösen sich auf.

Ein Stück über das, was wirklich wichtig ist im Leben.

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Getürkt

UA Theater BAAL Novo Offenburg, 2012
Auftragswerk

Der 18jährige Musa erhält eines Tages einen Brief der deutschen Ausländerbehörde, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er in Wirklichkeit kein Libanese, sondern ein Türke sei und somit unverzüglich das Land, die Bundesrepublik Deutschland, zu verlassen habe. Auf einen Schlag sieht Musa seine Existenz von gleich zwei Seiten in Frage gestellt:

Zum einen von seinen Eltern, die ihm verschwiegen haben, dass sie die Wirren des libanesischen Bürgerkriegs in den 80er Jahren genutzt haben, um aus ihrer Heimat, der an den Libanon grenzenden türkischen Provinz Mardin ohne Pass und als vermeintliche Libanesen und damit politische Flüchtlinge nach Deutschland zu kommen, zum anderen von einem Völkerrecht, dass bei der Bestimmung der Identität eines Menschen nicht danach fragt, wo jemand geboren und aufgewachsen ist.

„Getürkt“ konzentriert sich auf die existentielle Erschütterung eines jungen Menschen, für den von einem Tag auf den anderen nichts mehr ist, was es zu sein scheint. Es erzählt – in den Transiträumen von Abschiebegefängnissen, Flughäfen und Notunterkünften – von jemandem, der auf einmal nicht mehr sein darf, was er war, und der nicht sein will, was er (angeblich) ist.

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Nominiert für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2012

Schmiere stehn

UA Landestheater Linz, u\hof, 2010
Auftragswerk

Die elfjährige Nina möchte bei den Hell’s Kids aufgenommen werden, einer Jugendbande, die durch Überfälle die Stadt in Atem hält. Die ältere Schwester Jessica ist bereits bei Raubzügen dabei und wird von Nina überredet, sie mitzunehmen. Da sie Mut beweist und sich beim Schmiere stehen bewährt, steigt Nina schnell zum vollwertigen Bandenmitglied auf. Nun kann sie sich leisten, was sie will, und auch die Jungs interessieren sich für die schlagfertige Kleine. Der „Jugo“ Goran könnte sogar zum richtigen Freund werden. Alles scheint spannend und cool, bis der Anführer Tom Nina eine Waffe in die Hand gibt und aus dem Spiel bitterster Ernst wird.

Ein Stück über Jugendkriminalität und Jugendbanden, in deren Mittelpunkt das Charisma ihres Anführers steht, für dessen Energie und Zuwendung die bedürftigen Mitglieder jede Grenze überspringen. Sie sind Täter und Opfer zugleich, ihr Handeln ist Spiel und ein beängstigender wie faszinierender Teufelskreis von Anziehung und Gewalt.

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Der Nacktputzer

UA Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt/Quedlingburg, 2010

Thomas ist achtunddreißig und wohnt noch immer zu Hause. Um seiner Mutter Patricia etwas mehr Lebensfreude zu bescheren, bestellt er einen Putzdienst. Doch nicht irgendeinen, sondern einen Nacktputzer. Aber Thomas kennt weder die eigenen erotischen Wünsche, noch die seiner Mutter, so wird das Geschenk zum Selbstläufer. Prompt vermutet die strenge Patricia hinter dem ausländischen Mann einen terroristischen Drahtzieher. Erst als der Fremde sie an ihren verstorbenen Mann erinnert, taut sie auf, und schon bald gibt es kein Halten mehr. Als Andrzej endlich nackt ist, fällt die Mutter in Ohnmacht, der Sohn ist überzeugt, „das war ein Befreiungsschlag“. Doch an dem Abend geht nicht nur einer zu Boden: nachdem Andrzej von einer mobilen Anti-Terroreinheit vorübergehend k.o. geschlagen wird, schlägt für alle die Stunde der Wahrheit. Mit dem Nacktputzer dringt das Fremde und Sexuelle in die gutbürgerliche Mutter-Sohn-WG und bringt einiges ans Tageslicht, was jahrelang unter den Teppich gekehrt wurde. Andrzej wird zum Schmerzensmann, der buchstäblich am eigenen Leib die Kehrseite bürgerlicher Ordnung und Moral erfährt. Wer befreit sich hier eigentlich von wem und wovon?

Eine tiefgründig-absurde Komödie über Verschwiegenes und Verdrängtes, über Ordnungsliebe und Gewaltbereitschaft und über einen ganz normalen Job.

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Mandy – Im Tal der Ahnungslosen

UA Junges Ensemble Stuttgart, 2009
Auftragswerk

Mit schwarzbemalten Katzenaugen, knallrotem Lippenstift, Lederjacke und Punk-Kassette im Gepäck kommt Mandy 1989 aus Ostberlin in ein schwäbisches Kaff, um nach Jahren der Trennung ihre Familie zu besuchen – und wird erst einmal von einem Kulturschock getroffen: „Karl der Käfer“ dröhnt aus der Jukebox in der Dorfkneipe und bei Ostwind gibt‘s keinen Fernseh-Empfang: Herzlich willkommen „Mandy im Tal der Ahnungslosen“!

Leipziger Montagsdemos und Prager Botschaftsflüchtlinge sind nur Randnotizen im schwäbischen Provinzalltag. Auch in dem von Ralf, dessen Vater gerade gestorben ist. Er lebt bei seinem deutlich älteren Bruder Stefan und hat noch keinen wirklichen Plan, was er mit seinem Leben anfangen soll. Am Tag der Beerdigung kündigt sich per Telegramm eine Mandy an. Stefan ist schlagartig verändert und verhält sich seltsam, seine Frau Sonja wittert eine Rivalin und Kneipier Zappa Frischfleisch. Tatsächlich tritt mit Mandy aber ein lang geheimgehaltener Teil von Stefans Vergangenheit wieder in sein Leben, über den er nie gesprochen hat. Als Mandy aus Ost-Berlin ankommt, beeindruckt sie mit ihrer Weltläufigkeit und stellt das Gefühlsleben der Familie gehörig auf den Kopf.

Jörg Menke-Peitzmeyer hat im Auftrag des JES eine deutsch-deutsche Geschichte über komplizierte Ost-West-Beziehungen, grenzüberschreitende Familienbande und vergangene und aufkeimende Liebe geschrieben.

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Du siehst Gespenster

UA Theater Ingolstadt, 2007

Lena ist fünfzehn und steckt mitten in der Pubertät. Eigentlich sollte sie nun das Leben kennenlernen und die Liebe entdecken, doch Lena ist krank. Im Krankenhaus erhält sie Besuch von einem Mädchen in ihrem Alter, die laut ist, schrill, frech und das Gegenteil von der eher nachdenklichen Lena. Eine Nervensäge ist diese Angie, die nicht gehen will, und die Lena nun nicht mehr los wird.

Doch so streitsüchtig Angie auch ist, im entscheidenden Moment ist sie liebevoll und für Lena da. Sie beantwortet ihr die unmöglichsten Fragen und scheut sich nicht, schreckliche Dinge zu benennen. So hilft sie Lena mit der Krankheit zurecht zu kommen und wird zur besten Freundin. Bis Lena ihr das Geheimnis ihrer ersten Liebe anvertraut, zum Pfleger Micha. Nun wird es wirklich ernst, denn auch Angie hat sich in den jungen Pfleger verliebt.

Dem Stück gelingt es, letzte Fragen zu stellen und überraschende Antworten zu finden: zum Sinn des Lebens und der Liebe, zum Tod und zum Sterben, zum Jenseits und einem Gott, der Leid zulässt. Zwei starke Mädchenfiguren und die schlagfertigen Dialoge sind die Stärken des Stücks, das mit Witz, Humor und Lachen die schwierigen Themen angeht. Ein wichtiges Stück für das Jugendtheater.

Das Stück wurde in den Stückepool des Deutsch-Niederländischen Theaterpreises KAAS&KAPPES 2007 aufgenommen.

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Discotheater

UA Mittelsächsisches Theater Freiberg/Döbeln, 2006
Auftragswerk

Raus aus der Kleinstadt! – das ist der Wunsch von Natalie, Ronny und Tom, die sich an diesem Samstagabend in der Disco auf das Spiel des Discobesitzers und Selbstdarstellers Keitel einlassen: “Ich bin die Chance eures Lebens”. Sie sollen den Saal zum Kochen bringen und damit die Disco vor der Schließung bewahren. Die drei qualifiziert nichts Besonders. “Sie sind so alt wie ihr, sie heißen wie ihr, nur – sie sind nicht ganz so träge wie ihr”, kündigt Keitel sie an und der Abend nimmt seinen Lauf. Ronny versucht es über die witzige, schlagfertige Tour, Nathalie setzt ihren Körper ein und Tom ist eigentlich Polizist, aber heute ist er der nationalstolze “Krieger des Lichts”. Doch Keitel genügt das nicht, er macht sie fertig und führt sie vor. Aber Natalie, Ronny und Tom lassen sich das nicht bieten. Backstage verbünden sie sich und kämpfen für ihren gemeinsamen Traum: Raus aus dem Kaff!

Ein Stück über Träume und Ziele, über Herkunft und Selbstfindung von Jugendlichen in der Kleinstadt. Eine Castingshow, eine Art “Döbeln sucht den Superstar”, das in jeder Kleinstadt-Discothek bestens funktioniert, denn: Döbeln ist überall.

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Jan-Niklas will den Papst treffen

zur UA frei

Wahrscheinlich ist es nur wieder eine dieser Ideen, die zehnjährige Kinder eben so haben, hoffen die Eltern. Doch Jan-Niklas insistiert: Er will den Papst treffen! Dem Unverständnis der Eltern hält Jan-Niklas eine Beharrlichkeit entgegen sowie ein erstaunliches ‘Fachwissen’, die beide in den Wahnsinn treiben. Doch das Verhalten ihres Sohnes konfrontiert sie auch mit Fragen des Glaubens und der Religion sowie der Institution Kirche. Eigentlich spielt dies alles im Familienalltag keine Rolle, doch Jan-Niklas’ Hartnäckigkeit bringt die verbliebenen Reste und vor allem viel Unwissenheit hervor.

Auf Elternlist und billige Tricks fällt er nicht herein. Jan-Niklas will wissen, was an diesem biblischen Versprechen dran ist: “Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes.“

Jörg Menke-Peitzmeyers neues “Stück für die ganze Familie” ist weit mehr als ein Stück über religiöse Fragen. Jan-Niklas ist ein moderner Eulenspiegel, ohne einer sein zu wollen, eine Alice, die uns alle durch das Glaubenswunderland führt. Weil er sich und seinen Wunsch ernst nimmt, hält er den Erwachsenen den Spiegel vor – das Religiöse kann da für Vieles stehen.

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