Fußball

Heiß auf 2. Liga

UA Hamburger Kammerspiele, 2018
Auftragswerk

“Hamburg meine Perle …”, singt der legendäre Lotto King Karl vor jedem HSV-Spiel. Das Stadion tobt und die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, wenn die “Rot-Hosen” ins Volksparkstadion einlaufen. Am Hamburger Rothenbaum fing alles an. Dort begann die legendäre Geschichte des Hamburger Sportvereins. Ein Fußballverein wie die Stadt, traditionsreich, lebendig, weltoffen, ein Wahrzeichen für die Stadt. Der HSV-Fan trägt die Raute im Herzen.

Immer in der 1. Liga verankert, geschah in der Saison 2017/18 das Unfassbare. Bange Minuten bis zum Ende des letzten Spiels. Bengalische Feuer im Stadion, Tränen, Wut, Widerstand … ein Fußballnachmittag, wie man ihn nicht noch einmal erleben möchte. Erstmals muss der Verein in der nächsten Saison in der 2. Liga spielen. Eine Stadt in der Depression – doch nur kurz, denn jetzt sind alle “Heiß auf 2. Liga”. Alles neu, alles auf Anfang!

Ein Abend ohne Rasen, Bälle, Fussballer und Vip-Lounge. Ein turbulent buntes Fußballkarussell aus Misswirtschaft, Intrigen und Vereinsmeierei, ein Stück, das fesselt, berührt, amüsiert und bewegt. Für alle Liebhaber des Ballsports, ob mit der Raute oder dem Totenkopf im Herzen.

Das Stück entstand im Auftrag der Hamburger Kammerspiele.

http://www.felix-bloch-erben.de/index.php5/pid/4433/Action/showPlay/fbe/b0da4f9a663f9394417df10ef9072655/

Gebückt und windschief auf Sturmesfittichen (Juller)

UA Theater der Jungen Welt Leipzig, 2017
Auftragswerk

Einst waren sie Idole des deutschen Fußballs: Julius “Juller” Hirsch, Gottfried Fuchs und Fritz “Frieder” Förderer. Gemeinsam bildeten sie am Anfang des letzten Jahrhunderts die landesweit berüchtigte Angriffsreihe des Karlsruher FV, gemeinsam stürmten sie für die deutsche Nationalmannschaft. Doch bald wurden Juller und Fuchs als Juden verfolgt und Frieder schloss sich später der SS an. Jahrzehnte danach, schon lange tot, treffen sie im Paradies wieder aufeinander. Es geht um den Wert des Lebens und des Tods, um Schuld – und um Fußball.

Eindrücklich nimmt Jörg Menke-Peitzmeyer die These aufs Korn, Politik habe in Fußballstadien nichts verloren. Im Blick zurück verschränken sich die persönlichen Geschichten dreier früherer Fußballstars untrennbar mit der kollektiven deutschen Geschichte. Pointiert, ironisch und mit viel sprachlichem Witz wird der Fokus auf das Schicksal Julius Hirschs gelegt, dessen Geschichte vom Deutschen Fußballbund erst seit 2005 mit der Einführung des Julius-Hirsch-Preises gewürdigt wird. Das Stück entstand als Auftragswerk für das Theater der Jungen Welt und wird dort unter dem Titel Juller angekündigt.

Strafraumszenen

UA Theater Dortmund, 2017
Auftragswerk

“Echte Liebe” beschwört der BVB. Ein Fußballverein stilisiert sich als große Familie, in der Spielerstars, Funktionäre und Fans für die gemeinsame Sache einstehen. Das Disparate soll hinter den Masken eines allumfassenden Marketings verschwinden. Vereinzelt dringt nach außen, was nicht in das harmonische Bild passt: Star-Stürmer Ciro Immobile hat Heimweh nach Italien, der einstige Vereinsliebling Kevin Großkreutz muss im türkischen Exil spielen und Innenverteidiger Neven Subotic will nicht schon wieder erzählen, wie seine Familie damals aus Jugoslawien fliehen musste. Und unbemerkt, wie in einer Parallelwelt, formieren sich die Fans im Rechtsextremismus.

In Strafraumszenen, im Auftrag des Theater Dortmund entstanden, wird das Versprechen der Authentizität auseinandergenommen: Stereotype werden bedient und verdreht, das Verhältnis von Verein und Anhängerschaft hinterfragt, die mediale Berichterstattung durch den Reißwolf gezogen, der Transferirrsinn beleuchtet. Heraus kommt ein groteskes Sammelsurium des Versprechens “echter Liebe”. Ein Stück wie ein Panini-Album, das die klebrigen Rückseiten seiner glänzenden Abziehbilder befühlt.

Fangesänge

UA Oper Dortmund, 2012
Auftragswerk

Das Fußballmagazin 11 Freunde befragte Jörg Menke-Peitzmeyer vor der Uraufführung seines Stücks “Fangesänge” an der Oper Dortmund. Ein Stück zwischen Theater, Oper und Musical.

Verbirgt sich hinter »Fangesänge« eine Ode an die Fankultur?

Jörg Menke-Peitzmeyer: Es geht auf keinen Fall darum, die Fußballfans an sich abzufeiern. »Fangesänge« behandelt unter anderem die Auseinandersetzung zwischen Ultras und Edelfans, die momentan hoch kocht. Auch die Stadionkatastrophe von Hillsborough ist ein Thema oder die Entfremdung zwischen Spielern und Fans. Und natürlich geht es auch um die Leidenschaft. Um das was Menschen für ihren Verein auf sich nehmen.

Welche Gesänge prägen das Werk?

Jörg Menke-Peitzmeyer: Wir haben vieles in der Auswahl: Soldatenlieder, Pilgerlieder, Opernarien, Schlager und natürlich Gesänge aus der Kurve. Auch Kirchenlieder spielen eine Rolle, als Verknüpfung zwischen Sport und Religion. Die Vergötterung der Spieler wird zum Thema.

Welche Rolle spielen Fangesänge für das Stadionerlebnis generell?

Jörg Menke-Peitzmeyer: Wenn Sie sich die Broschüren anschauen, mit denen Vereine ihre Businesslogen vermieten, dann werben sie ja gezielt mit der einzigartigen Atmosphäre im Stadion, durch die Fußball zum unvergesslichen Erlebnis wird. Ich will nicht sagen, dass die Atmosphäre im kommerzialisierten Fußball gleichrangig mit dem Spiel ist, aber sie macht einen Großteil aus.

Sind Fangesänge nicht auch eine unterschätzte Kunstform?

Jörg Menke-Peitzmeyer: Ich denke nicht. Um die Gesänge als Kunst, als letzte Bastion einer organischen Volkskultur zu verstehen, sind die Lieder heute einfach zu einheitlich. Eigene Ideen und Kreativität findet man am ehesten noch in den kleinen Fanszenen der unteren Ligen, bei Tennis Borussia Berlin etwa, oder in Babelsberg. Ich plädiere für die Einführung von Stadiondichtern nach englischem Vorbild, um den Fangesängen wieder etwas Frische, Witz und Poesie einzuhauchen. Fußball ist als gesellschaftliches Phänomen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Auch im Theater.

(11 Freunde, 3. Januar 2012)

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/fangesaenge

Wechselfieber

UA Theater Koblenz, 2010 (Titel: Der Rote Teufel)
Auftragswerk

Was tun, wenn der beste Spieler eines Fußballklubs ausgerechnet vom Erzrivalen umworben wird? Die Ablösesumme hochschrauben oder das Gehalt verdoppeln? Viel zu kompliziert. Viel einfacher: kidnappen. Das jedenfalls beschließen der Präsident und sein Trainer…

„Wechselfieber“ zieht alle Register einer Boulevardkomödie, von auf- und zuklappenden Türen über nächtliche Überraschungsgäste bis hin zu doppelbödigen Familienverhältnissen. Darüber hinaus zeigt sich hier, dass auch im Zeitalter von Laktatwerten, One-Touch-Football und Key Messages hinaus der erhöhte Blutdruck eines Provinzfürsten noch immer alle Trainingslehre über den Haufen werden kann.

Titel der UA am Theater Koblenz: „Der Rote Teufel“

Titel am Pfalztheater Kaiserslautern: “Der Betze brennt!“

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/wechselfieber?locale=de

B-Jugend

UA GRIPS Theater Berlin, 2007
Auftragswerk

Vier Jugendliche, die durch ihre große Fußball-Leidenschaft in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen verbunden sind, stehen im Mittelpunkt dieses frechen, temporeichen Stückes: Fabian wird von seiner Freundin Paule “Fabinho” getauft. Er will unbedingt aus der B-Jugend eines kleinen Berliner Bezirksligavereins in die Welt der Durchstarter aufsteigen, während Paule den Hauptschulfrust satt hat und sich schon als neue Miss Beckham träumt. Olli, Fabians Kicker-Kumpel, ist zufriedener Kreisliga-Spieler – er liebt einfach den Mannschaftssport. Außerdem ist Olli der heimliche Schwarm der burschikosen Elisabeth, die von allen nur „Greiner“ genannt wird. Sie weiß besser über Fußball und besonders den Vfl Schöneberg bescheid, als jeder andere.

Beim Spiel gegen Tasmania Gropiusstadt versucht Fabinho zu zeigen, was er kann. Dabei lässt er seinen Kumpel Olli links liegen, gibt nicht ab, zieht alles alleine durch – und die Mannschaft verliert. Seine Hoffnung, von einem Coach entdeckt zu werden, ist zerstört und damit auch Paules Traum, eine reiche und berühmte Spielerfrau zu werden. Stattdessen wird ausgerechnet Olli zu einem Auswahltraining eingeladen.

Ein Stück über große und kleine Träume und die manchmal beinharte Realität sowie über Freundschaft und Teamgeist.

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Abstiegskampf

UA S’ensemble Theater Augsburg, 2006

Der Fußballclub steht vor seinem entscheidenden Spiel. Sein oder Nichtsein in der Bundesliga.

In der zweiten Halbzeit muss noch ein Tor fallen, sonst ist es aus und der Verein steigt ab in die zweite Liga und damit in die Bedeutungslosigkeit. Es geht um alles, um Geld, um Arbeitsplätze, um die Ehre des Vereins und das Ansehen der Stadt. Auf der Ersatzbank sitzen acht Männer, die mit den Spielern auf dem Rasen kämpfen: der Trainer, der Assi, der Masseur, der Manager und vier Ersatzspieler. Sie kämpfen auf ihre Weise, mit Anfeuern, Pfiffen, Schreien, Schweigen, mit bösen Worten und verbalen Tretminen. Ob sie es geschafft haben, bleibt bis zum Abpfiff offen, denn die Bundesliga hat ihre eigenen abenteuerlichen Regeln.

Jörg Menke-Peitzmeyer hat ein dramatisches Stück über den Abstiegskampf einer Mannschaft geschrieben, das in Echtzeit gespielt werden kann. Schnelle Dialoge, pointensicher, genau in den Figuren und immer haarscharf am Ball. Eine Komödie? Ein Stück, das mit seinem minimalen Bühnenbild, einer Bank, überall gespielt werden kann, im Hinterzimmer einer Kneipe wie auf einer großen Bühne. Ein Klassiker für acht Männer und eine Bank.

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Steht auf, wenn ihr Schalker seid

UA Burghofbühne Dinslaken, 2005

Chrissi, ein junges Mädchen, ist Schalke-Fan. Bei ihr zeigt sich die wahre Bedeutung des Wortes: sie ist fanatisch. Über ihren Lieblingsverein und seine Spieler weiß sie einfach alles. Ihr Schalker-Trikot ist ihre zweite Haut geworden und ihr ganzes Denken kreist um das nächste Spiel. Die Begeisterung für Fußball hat sie von ihrem Großvater geerbt, der sie schon als Kind zu jedem Spiel mitnahm und den sie nach seinem Tod schmerzlich vermisst. Nun bepflanzt sie sein Grab in den Farben von Schalke und freundet sich mit Kuddel an, der selbst unter den Fans ein Außenseiter ist. Sonst hat sie keine Freunde. Nur im Stadion findet sie Geborgenheit und Zuneigung und nur in der Gemeinschaft lebt sie auf, sie riecht nicht mehr das Bier und hört nicht mehr das Gegröle der Fans. Für sie ist es Musik. In der Schule kommt sie nicht klar und auch ihre Eltern machen Probleme. Sie schicken sie zu einem Psychiater, weil sie ihre Begeisterung krankhaft finden.

Ein Stück über die große Leidenschaft Fußball, über ein Leben im Rausch von Spiel zu Spiel, dessen Kehrseite Kontaktarmut und innere Leere ist. Ein temporeiches und witziges Solo für eine junge Schauspielerin.

Nominiert für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2006

Weitere Fassungen: „Steht auf, wenn ihr Schwaben seid“ (VfB Stuttgart), „Steht auf, wenn ihr Bochumer seid“, „Steht auf, wenn ihr Borussen seid“ (BVB), „Steht auf, wenn ihr Rostocker seid“, „Steht auf, wenn ihr Clubberer seid“ (FC Nürnberg), „Come on your boys in brown“ (FC St. Pauli), „Seit wir zwei uns gefunden“ (Rot-Weiß Essen), „Steht auf, wenn ihr Salzburger seid“ (RB Salzburg), „Steht auf, wenn ihr für Deutschland seid“ (Nationalmannschaft)

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/steht-auf-wenn-ihr-schalker-seid

Der Manndecker

UA Theater am Volkspark Halle, 2000

Fußball-Profi Karl-Heinz Flessenkemper ist nur als “Pelle” bekannt, weil er als Manndecker seine Kontrahenten so gedeckt hat, dass kein Blatt Papier mehr zwischen sie passte. Das mit den Spitznamen ist wie mit dem Geld. Muss man sich verdienen, sagt Pelle. Seine große Zeit liegt schon hinter ihm, doch seine Erinnerungen an glorreiche Spiele und Spieler sind frisch. Auch an die Narben, die man sich auch verdienen muss, erst recht, wenn sie von Diego Maradona stammen.

Ein Solo zum Thema Fußball – ein Spaß für jeden Fan, aber auch für Anfänger geeignet.

„Jörg Menke-Peitzmeyer hat mit dem “Manndecker” eine Liebeserklärung an den Fußball geschaffen. Alles andere scheint unwichtig, wenn Pelle vom Sport und seinen Helden zu schwärmen beginnt.” Stendaler Volksstimme

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/der-manndecker

Golden foul

zur UA frei

Der Spitzenfußballer Eric Gerth gilt als Superstar, bis ihm eines Tages ein verhängnisvoller Fehler unterläuft. Sein Golden Foul beschert der Nationalmannschaft die Niederlage und fortan beherrscht ihn das Gefühl „immer und immer wieder nur diesen einen Tag zu erleben“. Seine Fans bedrohen ihn, die Presse belagert ihn, und seine Freundin droht ihn zu verlassen, denn sein schlechtes Image schadet ihrer Modellkarriere. Kein einfaches Leben für den Fußballer aus Leidenschaft, der dagegen ankämpft, denn er möchte ja eigentlich nur Fußball spielen.

Eine Komödie über Glanz und Elend eines Fußballstars, über die Mechanismen im Profi-Fußball, kenntnisreich und aus ironischer Distanz geschrieben.

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/golden-foul?locale=de