Klassenzimmer

Zehn kleine Marzipanschweine

UA Theater der Altmark Stendal, 2014
Auftragswerk

Theater statt Knast: Weil sie zehn Marzipanschweine für das Klassenfrühstück ihres Sohnes hat mitgehen lassen, muss Jana N Punkt 14 Monate ins Gefängnis und der Sohn ins Heim. Jetzt steht sie vor der Klasse – ein theaterpädagogisches Programm! – und erzählt den Schülern, wie es soweit kommen konnte.
Ohne Blatt vor dem Mund berichtet sie über den Alltag einer Mutter auf Hartz IV, über die Tipps und Tricks mit Kinder- und Kulturzuschlag das (Über)Leben zu meistern, und wie Galgenhumor funktioniert, der sich nicht selbst verlacht, sondern die eigene Würde zu wahren sucht – geh’ zurück nach Marzahn, Cindy.
Mit seinem neuen Klassenzimmerstück führt Jörg Menke-Peitzmeyer das Genre in eine neue Phase: die Spielsituation wird mitreflektiert und fragt nicht zuletzt nach der Angemessenheit der Form – ohne sie zu diskreditieren. Eine Herausforderung für die Theater und eine Chance.

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/zehn-kleine-marzipanschweine

Memory

UA Junges Schauspielhaus Zürich, 2014
Auftragswerk

Ein Klassenzimmer morgens um halb acht. Erste Stunde. Die Schüler kommen wie jeden Morgen in die Klasse. Nur etwas ist diesmal anders…
Was, das darf nicht verraten werden, weil sich in diesem Stück Form und Inhalt aufs Unauflösbare miteinander vermengen.
Gemeinsam mit dem Jungen Schauspielhaus entwickelte Jörg Menke-Peitzmeyer ein neues Stück, das ausschließlich in Klassenzimmern gezeigt wird. Das Stück stellt spielerisch die Frage nach der Identität des Menschen – eine Frage, die gerade im Selbstfindungsprozess Jugendlicher von Bedeutung ist, zumal im digitalen Zeitalter, in dem sich Identitäten im Nu aufbauen und wieder zerstören lassen.

Die Rechte an dem Stück liegen beim Autor bzw. dem Inszenierungsteam.

https://www.schauspielhaus.ch/de/play/524-Memory-–-ein-Spiel-um-Wirklichkeit,-Identität-und-Erinnerungen

Miriam, ganz in Schwarz

UA Theater Biel-Solothurn (CH), 2012

Miriam hat eine ungewöhnliche Passion. Sie geht zu fremden Beerdigungen, mischt sich unter die Trauernden und manchmal weint sie mit. Sie kennt niemanden, doch wenn sie Verwandte und Freunde beobachtet, erfährt sie viel. Sie weiß, ob der Verstorbene geliebt wurde oder nicht und überhaupt zieht sie erstaunliche Schlüsse.
Auf acht Beerdigungen im Monat kommt die sechzehnjährige Schülerin und schafft sich damit einen emotionalen Ausgleich zu ihrem Alltag. Das Schönste ist das Singen. Am Grab eines anderen lässt es sich am besten trauern.
Gesellschaftskritik am Tabu-Thema Tod, schwarzer, skurriler Humor und individuelle Sinnsuche einer jungen Frau mischen sich eindrücklich in Miriams Monolog.

Nominiert für den Autorenförderpreis der Badischen Landesbühne 2008

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/miriam-ganz-in-schwarz?locale=de

Ich bin ein guter Vater

A Theater Kohlenpott Herne, 2008
Auftragswerk

Ein Vater kommt in ein Klassenzimmer, um seinem Sohn die vergessene Sporttasche zu bringen. Doch sein Sohn Alexander ist nicht zu finden. Versteckt er sich? Decken ihn seine Mitschüler? Er bietet ihnen Geld an, er brüllt herum, er versucht es auf die Mitleidstour. Doch Alexander bleibt verschwunden. Vielleicht ist er selbst daran schuld? Weil er zu wenig Zeit für seinen Sohn hat? Weil sein neuer Job ihn zu einem Wochenendvater macht? Auf der Suche nach Antworten offenbart sich der Vater mehr und mehr als ein überfordertes, von schlechtem Gewissen wie von beinahe gewalttätigen Ausbrüchen gezeichnetes Nervenbündel.
Ein Klassenzimmerstück der zweiten Generation. Es wurde gefördert mit einem Stipendium des deutschen Kinder- und Jugendtheaterpreises 2008:
„Die Jury würdigt mit dem Stipendium die Professionalität und Erfahrung des Autors, die Relevanz des Themas und das einleuchtende Konzept der Partizipation von Kindern und Vätern. Der Autor hat wieder einen echten Klassenzimmer-Plot gefunden.“

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/ich-bin-ein-guter-vater

Arm, aber sexy

UA Schlosstheater Moers, 2007
Auftragswerk

Kim betritt ein Klassenzimmer und bietet die neueste Ausgabe der von ihr gestalteten Zeitung „Arm aber sexy“ an. Die Fünfzehnjährige weiß, wie die Medien funktionieren: SEX SELLS. Kim, die dem Teufelskreis von Armut, Demütigung und Isolation entkommen möchte, geht in die Offensive. Sie tut (fast) alles, um das Blatt an den Mann und die Frau zu bringen. Doch ihre Idee erweist sich als Boomerang. Ein Solo über Armut und die Regeln des Marktes, denen sich bereits Jugendliche fraglos unterwerfen.
“Ein ganzes Volkstheater innerhalb von 45 Minuten.” RP.online
“Der Text nennt viele Begriffe, die im Zusammenhang mit Armut immer wieder bemüht werden, aber die Sprache bleibt natürlich und jugendnah.“ Der Westen

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/arm-aber-sexy?locale=de

Der Essotiger

UA Gostner Hoftheater Nürnberg, 2007

„Ich bin erst auf Familienpackung umgestiegen, als ich keine Familie mehr hatte.“

Der Junge im Tigerkostüm kommt in die Klasse und kann endlich den schweren Plüschkopf abnehmen. Er schwitzt fürchterlich, doch das ist der Preis für den Werbejob, der sein Taschengeld aufbessern soll. Dass er nebenbei abnimmt, kommt ihm nur gelegen, denn er hat sich verliebt. Bis zu seinem Traumgewicht ist es allerdings noch ein hartes Stück Arbeit, zumal sein Essverhalten von seinen Stimmungen abhängig ist.
Ein Stück über die Esssucht eines Jungen, der seinen Kummer über die zerbrochene Familie und die fehlende Anerkennung in der Schule mit Mohrenköpfen und Cheeseburgern kompensiert, und seinen großen Wunsch, einfach dazu zu gehören.

Bayerischer Theaterpreis 2007

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/der-essotiger?locale=de

Erste Stunde

UA Theater der Altmark Stendal, 2006

„Okay, bringen wirs hinter uns. Ich gebe euch fünf Minuten. Fünf von fünfundvierzig, da könnt ihr nicht sagen, ich wär nicht großzügig. Fünf Minuten, in denen könnt ihr mit mir machen, was ihr wollt.“
Jürgen Rickert kommt neu in die Klasse. Bisher war er immer der Loser und das Mobbing-Opfer, doch heute will er den Spieß umdrehen: er provoziert die Schüler und versucht die Klassengemeinschaft aufzubrechen. Der Monolog greift in die Gruppendynamik der Klasse ein. Mitleid, Aggression, die Angst vor dem Fremden. Die Schüler müssen sich zu dem Neuen verhalten und werden – das ist der Kunstgriff des Stücks – mit sich selbst konfrontiert, eine ganze Schulstunde lang. Damit wird verhandelbar, was allgegenwärtig ist, aber im Schulalltag niemand anzusprechen wagt.
„Erste Stunde“ ist ein echtes Klassenzimmerstück zum Thema Mobbing, eine Provokation, ein Risiko, und braucht einen mutigen Schauspieler.

Autorenförderpreis der Landesbühnen 2006

https://www.theaterverlaghofmann-paul.de/theaterstuecke/erste-stunde?locale=de

Steht auf, wenn ihr Schalker seid

UA Burghofbühne Dinslaken, 2005

Chrissi, ein junges Mädchen, ist Schalke-Fan. Bei ihr zeigt sich die wahre Bedeutung des Wortes: sie ist fanatisch. Über ihren Lieblingsverein und seine Spieler weiß sie einfach alles. Ihr Schalker-Trikot ist ihre zweite Haut geworden und ihr ganzes Denken kreist um das nächste Spiel. Die Begeisterung für Fußball hat sie von ihrem Großvater geerbt, der sie schon als Kind zu jedem Spiel mitnahm und den sie nach seinem Tod schmerzlich vermisst. Nun bepflanzt sie sein Grab in den Farben von Schalke und freundet sich mit Kuddel an, der selbst unter den Fans ein Außenseiter ist. Sonst hat sie keine Freunde. Nur im Stadion findet sie Geborgenheit und Zuneigung und nur in der Gemeinschaft lebt sie auf, sie riecht nicht mehr das Bier und hört nicht mehr das Gegröle der Fans. Für sie ist es Musik. In der Schule kommt sie nicht klar und auch ihre Eltern machen Probleme. Sie schicken sie zu einem Psychiater, weil sie ihre Begeisterung krankhaft finden.
Ein Stück über die große Leidenschaft Fußball, über ein Leben im Rausch von Spiel zu Spiel, dessen Kehrseite Kontaktarmut und innere Leere ist. Ein temporeiches und witziges Solo für eine junge Schauspielerin.

Nominiert für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2006

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